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Stolperstein Louis Wartelsky

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Louis Wartelski, geboren am 17.05.1879 in Königsberg, Ostpreußen

Louis war Sohn eines Kaufmanns. Er wurde Goldschmied und spezialisierte sich später auf feinste Silberarbeiten. 1917 siedelte er nach Hamburg über, wo er seine Frau Bertha Adler kennenlernte. Diese brachte 3 Kinder mit in die Ehe. Nach 10 Jahre scheiterte die Ehe allerdings und sie ließen sich scheiden.
Danach machte Louis Wartelsky einen privaten wie beruflichen Neuanfang in Flensburg. Am 13. Januar 1927 meldete er sich im Rathaus als Neubürger an. Privat lebte er mit Frieda Hansen in der Burgstraße 6, seine Werkstatt richtete er sich in der Norderstraße 43 ein.
Seine Spezialität waren Broschen, die er aus Silbermünzen fertigte. Eng befreundet war er mit der Familie des Textilhändlers Max Katz, dessen Wohn- und Geschäftsadresse sich ebenfalls in der Innenstadt befanden. Louis war ein sogenannter Nenn-Onkel der 3 Töchter Rosa, Berta und Ida, die ihn liebgewonnen hatten und sehr an ihm hangen. Das einzige von Wartelsky überlieferte Foto zeigt ihn dann auch zusammen mit seiner Lebensgefährtin und Ida, die sie in die Mitte genommen haben. Dieses Foto befand sich im Handgepäck, als die Familie Katz 1938 vor den Nazis über Paraguay nach Argentinien flüchtete.
1933 nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten war das Klima schon sehr judenfeindlich, was sich durch die 1935 erlassenen Nürnberger Rassegesetze noch verschärfte. Danach waren Eheschließungen und außerehelicher Verkehr zwischen Juden und Staatsangehörigen deutschen und artverwandten Blutes verboten.
Die Beziehung von Louis Wartelsky und seiner Lebensgefährtin war daher ein klassischer Fall von Rassenschande.
Louis Wartelsky wurde am 23. Juni 1938 verhaftet und in das nördlich von Berlin gelegene Konzentrationslager Sachsenhausen eingeliefert. Die Häftlinge mussten schwerste Zwangsarbeit leisten, sowie Hunger, Krankheiten und Misshandlungen erleiden. Nach zehnwöchiger Haft wurde er entlassen. Er kehrte als gebrochener Mann zurück, vergrämt und abgemagert. Über seine Erfahrungen schwieg er, da die Zeit dort so schrecklich für ihn gewesen sei und er sich bei einer erneuten Festnahme das Leben nehmen würde.
Drei Wochen später drohte eine erneute Einweisung in ein KZ. Von der Polizeidirektion vorgeladen, nahm er sich im Dienstzimmer 139 am 28. September 1938 mit Zyankali das Leben.
Frieda Hansen sorgte für eine Bestattung auf dem jüdischen Friedhof in Westerrönfeld. Nach kurzer Zeit kehrte sie Flensburg den Rücken und zog nach Hamburg.
Seine Werkstatt wurde geschlossen und sein Inventar beschlagnahmt. Louis Wartelsky ist eins von mindestens 42 Flensburger Opfern des Nationalsozialismus.
Seit 2003 erinnert ein Stolperstein an sein Schicksal.



Quellen:
Flensburger Nachrichten vom 26.01.2011, S. 18;
"Juden in Flensburg" von Bettina Goldberg, in Zusammenarbeit mit Bernd Philipsen, Herausgeber: Schriftenreihe der Gesellschaft für Flensburger Stadtgeschichte Band 62, S. 75
Flensburger Beiträge zur Zeitgeschichte Band 3, Titel Ausgebürgert, Ausgegrenzt, Ausgesondert. Beitrag: Jüdische Opfer des nationalsozialistischen Terrorregimes, Bernd Philipsen, S. 244 ff
Link zu www.flensburg-mobil.de/dgb.html


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